Freiwillige Feuerwehr Oberems
Freiwillige Feuerwehr        Oberems

LF 8/6

 Löschgruppenfahrzeug 8/6

 

Das Fahrzeug wurde nach langen intensiven Beratungen aller Gremien, insbesondere der damaligen Wehrführung, geplant und abgestimmt.

Das Fahrgestell ist ein Mercedes Benz 814 mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 7,5 Tonnen.
Ausgerüstet mit einem Reihen-Vierzylinder Dieselmotor mit 3972 cm² Hubraum und einer Leistung von 102 KW (139 PS). Es hat ein Fünfgang-Getriebe, mit Hinterrad-Antrieb. Allrad-Fahrzeuge wurden zu dieser Zeit leider nicht bezuschusst. Das Fahrgestell wurde von uns selbst besorgt, da wir es kostengünstiger beziehen konnten.

Anschließend wurde es bei der Firma Schlingmann in Gissen angeliefert und dort mit der Mannschafts-Kabine und dem Aufbau ausgerüstet, den ein Feuerwehrfahrzeug benötigt.
Sogar ein Tank mit 600 Ltr. Löschwasser und einem Schnellangriffs-Schlauch sind eingebaut. Ein Novum für die Feuerwehr Oberems.

1999 war es endlich so weit. Eine Delegation der Wehr Oberems fuhr nach Gissen um das Fahrzeug ab- und zu übernehmen. Die Finanzierung geschah über die Gemeinde Glashütten, Zuschüssen vom Land und dem Verein Freiw. Feuerwehr Oberems e.V.

Glücklicherweise war es wieder ein Lösch-GRUPPEN-Fahrzeug und bot Platz für 9 Feuerwehrleute.

Das Fahrzeug war ein Quantensprung für die Wehr Oberems. Nicht nur wegen der 600 Ltr. Wasser, sondern auch, dass nun das hydraulische Rettungsgerät mitgeführt werden konnte, das bis dato im Mannschaftswagen Platz finden musste. Auch der Stromerzeuger ist nun im Fahrzeug. Und mit dem fest eingebauten Lichtmast auf dem Dach, kann nun rasch Licht an der Einsatzstelle gemacht werden.

Der 1. Trupp, der unter Atemschutz die Rettung von Personen durchzuführen hat, ist nun auch in der Lage sich während der Fahrt auszurüsten und sofort einsatzbereit zu sein, wenn wir an der Einsatzstelle ankommen.

 

Das Fahzeug ist mit zwei Blaulichtern vorne, eines im Heck, Martinshorn und Presslufthörnern ausgestattet, damit wir auch nicht übersehen oder überhört werden.

Ansicht Der Fahrerkabine für den Gruppenführer (rechts) und dem Maschinisten (Fahrer / links).

Oberhalb der Windschutzscheibe ist das Funkgerät eingebaut, das erstmals mit FMS (Funkmeldesystem) ausgestattet war.

Rufname des Fahrzeuges:

"FLORIAN GLASHÜTTEN 3 / 42".

 

Vorne untergebracht sind auch die Handfunkgeräte des Gruppenführers und des Maschinisten, Karten- und INFO-Material sowie die Tafel für die Überwachung der Atemschuzugeräteräger, wenn sie in ein Gebäude gehen müssen.

 

Außen, vor dem Beifahrer (Gruppenführer) ist ein Suchscheinwerfer angebracht.

 

Ein Blick in die Mannschaft-Kabine. Hier finden 7 Feuerwehrleute Platz. Es ist allerdings sehr beengt und trotzdem muss man sich während der Fahrt noch weiter ausrüsten.

Man sieht hier die drei Plätze entgegen der Fahrtrichtung. Ganz links und rechts sind die Plätze des Angriffstrupps. In deren Rückenlehnen sind jew. die Atemschutzgeräte integriert. Diese können bereits während der Anfahrt angelegt und festgezurrt werden. Oft braucht man dazu die Hilfe der Kameraden, denn in der Enge kommt man nicht so gut an die Riemen, Schnallen und Verschlüsse heran. Auch die Schutzmasken befinden sich in Griffnähe.

Kein Platz wird verschwendet. Auf der linken Seite an der Tür ist eine 12 kg. Pulverlöscher, und auf der rechten Seite eine Kübelspritze mit 10 Litern Wasser. Hier sind auch noch die Handfunkgeräte für die einzelnen Trupps, Warnwesten und -Flaggen, Handscheinwerfer und Taschenlampen untergebracht. Auch die Beutel mit den Fang- bzw, Sicherheitsleinen befinden sich hier

Aber auch unter den Sitzplätzen wird kein Platz verschenkt. Hier findet man u.a. eine Bügelsäge, Bordwerkzeug, Wagenheber, Stemmeisen, Spaten, Rettungsmasken (Fluchthauben), Fuchsschwanz, Schlauchbinden, Warnwesten und Forstgerät. Das ist ein multifunktiomales Werkzeug um z.B. eingeklemmte Personen aus Fahrzeugen zu befreien.

Naürlich wird auch der Raum unter der hinteren Rückbank genutzt. Hier befinden sich die drei Behälter á 10 Ltr. Schaummittel, der dazugehörige Zumischer und Schwerschaumrohr. Weiterhin ein Stahlseil, ein Kasten mit Erste-Hilfe-Material, Decken, sowie Pullover für verschwitzte Atemschutzgeräteträger, damit sie sich nach dem Einsatz nicht verkühlen.

Im vorderen linken Teil des Aufbaus (Geräteraum 1) befindet sich eine ausziebare Aufnahme für z.B. eine weitere, tragbare Pumpe (TS8/8), die aus Gewichtsgründen nicht ständig mitgeführt wird. Statt dessen haben wir einen tragbaren Container, der für den Transport zusätzlicher Ausrüstung bei Bedarf verwendet wird. Z.B. einer Tauchpumpe, Wassersauger, Wathosen, Kaminkehrgerät, schmutzige Schläuche, Säcke mit Ölbindemittel, Absperrmaterial, und, und, und ...

 

Daneben ein zweites Paar Atemschutzgeräte. Die sind für den 2. Trupp gedacht, der als Rettungstrupp für den ersten bereitstehen muss. Hier ist es ausreichend, wenn dieser sich erst nach Ankunft an der Einsatzstelle ausrüstet.

Weiter oben ein Schubfach mit einer Kettensäge, Trennschleifer, Schnittschutz-Kleidung, Helm mit Gehörschutz, und ein Kanister mit Kraftstoff und Kettenöl für die Motorsäge.

Im hinteren linken Bereich des Aufbaus (Geräteraum 3) befinden sich der Verteiler und Reduzierstücke, drei Schlauchtragekörbe mit je 3 Schlächen der Größe "C", die von den Trupps an die Einsatzstelle mit vor genommen, und dabei verlegt werden können.

Im oberen Bereich eine Hacke und ein Feuerwehrbeil, Hakenschlüssel für Schlauchkupplungen, eine Auffang- Wanne für auslaufende Betriebsstoffe und Fächer für Schläuche der Größe "B" und "C". z.T. zwei Schlauchrollen hintereinander. Auch ein in buchten gelegtes Schlauchpaket ist liegend untergebracht. Hier ist bereits ein Strahlrohr angekuppelt. Nachdem der Schlauch z.B. am Verteiler angeschlossen wurde, entfaltet er sich selbstständig wenn Wasser hineinströmt.

Im hinteren rechten Teil des Aufbaus (Geräteraum 4) erkennt man das Schlauchhaspel mit einem 20m langen, schwarzen und formstabieln Schlauch der Größe "C", an dessem Ende bereits ein Strahlrohr angeschlossen ist. Dieser gehört zur Schnellangriffs-Einrichtung. Das bedeutet, dass mit der eingebauten Pumpe und den 600 Ltr. Wasser, die mitgeführt werden, sehr schnell ein Angriff erfolgen kann um einen Brand zu bekämpfen.

 

Davor erkennt man ein ausziehbares Fach in dem sich zwei Stative und zwei 1000 Watt Scheinwerfer befinden, um die Eisatzstelle ausleuchten zu können. Und ein Kanister mit Kraftstoff für den Stromerzeuger.

 

Darunter ist das hydraulische Rettungsgerät untergebracht. Es ist von der Firma Lukas und kompatibel zu Geräten aus den anderen Ortsteilen Glashüttens.

Es hat einen eigenständigen Antrieb mittels 4-Takt-Motor, der über einen Seilzug angeworfen wird. Die Pumpe liefert über zwei angeschlossenen - 20m lange - Leitungen einen hydraulischen Druck von 200 bar für einen hydraulischen Spreitzer und eine Schere. Weiteres Zubehör sind Ketten um den Spreitzer zu erweitern und ein Rettungszylinder.

 

Das Aggregat kann aus dem Fahrzeug heraus betrieben werden und ist in Sekunden einsatzbereit. Da es unabhängig von einem Stromerzeuger ist, kann es auch jederzeit aus  der Halterung entnommen und z.B. zu einer entfernteren, oder unzugänglichen, Einsatzstelle getragen werden.

 

Das Aggregat wurde 1992 aus Vereinsmitteln angeschafft.

Im vorderen rechten Teil des Aufbaus (Geräteraum 2) erkennt man links einige Wasserführende Amarturen. Dies sind ein Standrohr, das benötigt wird um Wasser aus Unterflurhydranten zu entnehmen. Dazu auch Werkzeuge um die Deckel der Hydranten zu öffnen. Schlüssel um Über- und Unterflurhydranten aufzudrehen.

Strahlrohre verschiederener Größen (B, C, D), Übergangsstücke für die verschiedenen Größen, der hydraulische Rettungszylinder, und ein kleines Schaumgerät sowie Schlauchhalter sind hier untergebracht.

 

Rechts oben befinden sich Fächer für 4 B-Schläuche, die entzsprechend ausgerollt und angeschlossen werden müssen. Im vordersten Fach befindet sich noch ein 1000 Watt Scheinferfer.

Im Vordergrund der 12 KVA Stromerzeuger. Er wird hier im ausgefahrenen und gedrehten Zustand gezeigt. Er kann so im Fahrzeug betrieben werden. Es hat einen 4-Takt-Motor mit Elektrostarter. Direkt angeschlossen, und damit sofort verfügbar, zwei Scheinwerfer am Lichtmast auf dem Fahrzeugdach. Auch dieses Aggregat kann entnommen und dort hin getragen werden, wo es benötigt wird.

 

Neben dem Stromerzeuger sind noch zwei Kabeltrommeln mit je 50m Kabel und eine Werkzeugkisten mit Standard-Werkzeugen untergebracht.

Im Heck des Fahrzeuges ist, direkt hinter dem Wassertank, die Feuerwehr-Kreiselpumpe eingebaut. Diese liefert - nach Norm - 800 Liter Wasser bei 8 bar Druck. Damit wäre bei Volllast unser Tank in nicht einmal 1 Minute leer.

Diese Pumpe besteht aus seewasserfestem Aluminium. Sie ist über eine pneumatische Kupplung direkt am Motor des Fahrzeuges angeschlossen.

Ist sie in Betrieb, genügt es zwei Ventile zu öffnen um Wasser für die Schnellangriffs-Einheit bereitzustellen. Der erzeugte Druck hängt u.a. von der Drehzahl ab. Dazu hat der Maschinist einen Gashebel, mit dem er unabhänging von der Pedalstellung des Fahrerplatzes, "Gas" geben kann.

Diese Pumpe kann natürlich noch mehr, als den eigenen Wasser-Vorrat zu liefern. Hier können die Schläuche von einem Hydranten, oder auch einem anderen Fahrzeug angeschlossen werden, um diese als Wasserquellen zu nutzen.

Sie kann aber auch über spezielle Saugschläuche der Größe "A", Wasser aus offenen Gewässern oder Zisternen "saugen".  Dafür ist sie mit einer Doppelkolben-Entlüftungspumpe ausgestattet. Diese, vom Maschinisten eingeschaltet, entzieht dem Pumpeninnenraum die Luft. Der atmosphärische Druck, lässt nun Wasser durch die Saugleitung in die Pumpe nachströmen, bis diese ausreichend gefüllt ist. Ein Druckschalter lässt die Entlüftungseinrichtung stoppen und die Pumpe kann das Wasser nun kontinuierlich mit Druck weiterfördern. Dieses "Ansaugen" schafft man aus einer Tiefe von max. 7-8 m (geodätische Saughöhe).

Wasser wird aber nicht nur an die Schnellangriffs-Einheit geliefert. Rechts und links am Fahrzeug befinden sich Anschlüsse für "B"-Schläuche. Von hier aus wird das Wasser Richtung Einsatzstelle und den verschiedenen Verwendungszwecken geleitet.

Hier gibt es auch den Anschluss um den Tank wieder mit Frischwasser zu füllen.

Ablassventile ermöglichen es den ganzen Tank leerlaufen zu lassen, sowie die Pumpe zu entwässern.

Ein kleines rotes Bedienfeld gibt dem Maschinisten die Möglichkeiten die Pumpe ein- und auszukuppeln, die Entlüftungseinrichtungen an- und abzusschalten, Den Außenlautsprecher des Funkgerätes, sowie die Fahrzeug Außenleuchten zu bedienen. Weiterhin muss er die Druckanzeigen für den Eingangs- und Ausgangsdruck, sowie Füllstand des Tanks im Auge behalten.

Außerdem ist hier auch noch ein Bedienteil des Funkgerätes untergebracht.

In den Fächern über der Pumpe befinden sich noch Gegenstände die für den bereits angesprochenen Betrieb benötigt werden. Ein Sammelstück, auch Hosenstück genannt, welches bei der Wasserversorgung über einen Hydranten, oder anderem Fahrzeug benötigt wird. Dies läßt Luft in die Pumpe strömen, falls sie mehr fördert als Wasser nachfließen kann. Ein Vakuum könnte Schäden an den öffentlichen Leitungen verursachen. Dies wird über dieses Bauteil verhindert.

Weiterhin ein Absperrventil der Größe "B", welches auf einem Reduzierstück "A/B" sitzt.

Ein Saugkorb der für offenen Gewässer verwendet wird. Hakenschlüssel um die Kupplungen der Schläuche und wasserführenden Amarturen zu schließen und zu öffnen. Eine Kurbel, um den Schlauch der Schnellangriffs-Einheit wieder auf seine Rolle zu wickeln. Ein kurzer B-Schlauch zum befüllen des Tanks oder zwischen Verteiler und Schaummittel-Zumischer eingebaut zu werden. Eine Halteleine für die Saugleitungen und eine Leine für das Rückschlagventil am Saugkorb. Wird dieses geöffnet, entleert sich die Saugleitung, damit man sie aus dem Wasser heben kann.

Ganz oben 4 Saugschläuche der Größe "A" , jeder 1,60 m lang.

Und eine Trage, um Verletzte zu transprtieren, ist hier ebenfalls untergebracht.

 

Und wo ist sonst noch etwas Platz?

 

Ja, auf dem Dach! Über die rückwertige Klappleiter kann man es erklimmen und findet einen hinteren Scheinferfer und den Lichtmast mit zwei Strahlern darauf. Dieser kann entriegelt und nach oben ausgefahren werden. Hier finden sich auch Besen, Schaufeln, Harke und Feuerpatschen. Ein Dachbehälter mit etwas Ölbindemittel. Ein Einreißhaken, der oft benutzt wird um den Schnee von Ästen zu schütteln bevor sie abbrechen.

Und, was jede Feuerwehr unbedingt haben muss, eine Leiter. Eine 4-teilige Steckleiter aus Aluminium, die gerade im Juli 2014 die Holzleiter ersetzt hat. Die Gesamtlänge beträgt 8,40 m. Die Arbeitshöhe liegt bei 7 Metern und damit ist das 2. Obergeschoss eines Hauses zu erreichen.

Wer es geschafft hat diese Seite bis zum Ende zu lesen, wird sicher auch zu dem Schluss kommen, dass dieses Fahrzeug die Wehr Oberems einen großen Schritt nach vorne gebracht hat. Ein multifunktionales Einsatzfahrzeug, das auf fasst jedes Szenario eine Antwort hat. Mit einer Mannschaft, die mit allen gebotenen Ausrüstungsteilen souverän umgeht, kann man hier einiges bewegen. Egal ob Brand, Unfall, Hochwasser, Hilfeleistung, wir haben auf alles eine Antwort (auch wenn es manchmal nur eine kleine ist).

Auch Dank und Anerkennung an diejenigen die sich unzählige Stunden damit befasst haben, dieses Fahrzeug mit zu planen, ihre Ideen für die Realisierung einbrachten und es schafften, mit den knappen finanziellen Mitteln ein Maximum an Einsatzflexibilität zu verwirklichen.

UD 16.07.2014

   Letzter Einsatz:

 

22.05.2018

 

H1 - Straße überflutet

 

siehe Einsätze

 

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          siehe Minifeuerwehr

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(Nicht in den Ferien)

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